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Tiergestützte Therapie

Tiere erwarten nicht, dass man ihnen in sinnvollen Sätzen antwortet. Sie lassen einfach zu, dass man sich um sie kümmert und sind darüber froh. Besonders wichtig ist das unter anderem für demenzkranke Menschen. Geschäftsführerin Susanne Rosenberger ist ausgebildete Fachkraft für Demenzkranke und erzählt: „In unserem Garten sollen beispielsweise Laufenten herumwatscheln. Und drinnen halten wir afrikanische Riesenachatschnecken in einem Terrarium.“

Die Senioren, die täglich in die Tagespflege kommen, werden die Riesenschnecken mit Salat und Obst füttern und können die Tierchen, die übrigens bis zu dreißig Zentimeter groß werden, auch auf die Hand nehmen. Weil sie nicht so viel Schleim herstellen wie ihre kleinen Artgenossen und nur sehr langsam kriechen, werden sie als Haus- und Therapietiere gehalten und helfen zum Beispiel demenzkranken Menschen oder Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen ruhiger zu werden.

In Russland und Thailand lässt man sie sich in Wellnesstempeln übrigens sogar über das Gesicht kriechen, weil das gegen Falten helfen soll. Das ist aber nicht der Grund, aus dem die Schnecken im Tagespflegezentrum an der Sünderlingstraße einziehen werden: „Es geht bei der tiergestützten Therapie zum einen um die sinnliche Erfahrung und zum anderen auch darum vielleicht Kindheitserinnerungen anzuregen oder einfach ein originelles Gesprächsthema zu haben“, so Rosenberger, „manchmal bekommt man über die gemeinsame Tierpflege einen besseren Zugang zu den Pflegebedürftigen.“ Ein weiterer Effekt: Dadurch, dass die Tiere täglich gefüttert und versorgt werden müssen, haben die älteren Menschen eine sinnvolle Aufgabe. Die Laufenten helfen ironischerweise auch noch bei etwas anderem: Sie halten den Nutzgarten des Tagespflegezentrums frei von Nacktschnecken!

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