In News
Tagespflege Castrop Alltag

Alltag in der Tagespflege in Castrop

Ein Beruf mit Zukunftschancen, der auch noch Spaß macht

„Die Leute wissen einfach zu wenig über den Beruf“, Susanne Rosenberger ist Geschäftsführerin des Pflegedienstes S. Rosenberger und der Tagespflege am Nordbad. Sie merkt das immer wieder, wenn sie junge Leute sucht, die für einen Ausbildungsplatz in Frage kommen könnten. „Erst muss man ein wenig Überzeugungsarbeit leisten. Aber wer dann die Praxis hier kennenlernt, merkt schnell, dass es wirklich Spaß macht, in unserem Team zu arbeiten. Und ein befriedigender Job ist es auch.“

Wir wollten herausfinden, wie der Arbeitsalltag in der Tagespflege aussieht. Und so haben wir Kevin Lauren an einem ganz normalen Tag bei seiner Arbeit in der Tagespflege begleitet. Der 20-jährige macht beim Pflegedienst S. Rosenberger die Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger.

Gemütlich, aber nicht langweilig geht es hier zu

Morgens um kurz nach acht steht der Auszubildende auf dem Parkplatz vor dem Haus an der Sünderlingstraße und nimmt Herrn Meier (alle Namen der Tagesgäste von der Redaktion geändert) in Empfang, den der hauseigene Fahrdienst gerade zuhause abgeholt hat.
„Na, Herr Meier, da hätte Ihr Verein gestern doch beinah noch gewonnen, was?“
„Ach, hörn se doch auf, datt wird doch nix mehr mit denen.“
„Kommen Sie erstmal frühstücken, die Brötchen sind noch warm.“
Der 20-jährige schiebt Herrn Meier im Rollstuhl in den gemütlichen Gemeinschaftsraum mit der Wohnküche. Während des Frühstücks trudeln nach und nach alle 19 Gäste ein, die mittwochs die Tagespflege besuchen. Danach singen die Pflegekräfte gemeinsam mit ihnen im Stuhlkreis ein paar Schlager und Volkslieder. Beim Kufsteinlied schmettert auch die 96-jährige Frau Schmiedchen freudestrahlend mit.
Dann basteln Frau Singer und Frau Wellers schon mal Osterdeko und Kevin Lauren setzt sich mit den vier männlichen Gästen zusammen, um eine Runde Rummikub zu spielen. „Manchmal findet auch eine Zeitungsrunde statt“, erzählt er.
„Oder – sehr beliebt bei den Damen – ein Wellnessvormittag. Oft machen wir aber auch Ausflüge oder sitzen im Garten zusammen.“ Ihm gefällt, dass hier immer etwas los ist. Den Gästen augenscheinlich auch.

Professionelle Pflege kann man lernen

Kurz vor dem Mittagessen misst der Auszubildende unter Aufsicht einer examinierten Kollegin Frau Wellers Blutzucker, weil sie Diabetikerin ist. Während seiner Ausbildung wird er auch in der ambulanten Pflege unterwegs sein und Senioren zuhause versorgen. Außerdem stehen Stationen im Krankenhaus und im Pflegeheim auf dem Plan.
Dann essen alle gemeinsam. Dem Auszubildenden schmeckt es: „Ist auch alles immer frisch gekocht, manchmal bringen sogar Gäste Rezepte von zuhause mit und bei uns wird das dann zubereitet.“
Wer möchte, macht nach dem Essen eine Mittagspause. Herr Meier hat im Snoozleraum heute ein sehr ausgiebiges Nickerchen gemacht, sodass schon Zeit für Kaffee und Kuchen ist, als er wach wird.
„Ab halb vier werden einige schon wieder abgeholt, die letzten dann um vier“, erzählt Kevin Lauren während er Frau Singers Blutdruck überprüft.
„Also, ich finde, dass so ein Tag hier immer voll schnell vorbei ist.“ Findet Herr Meier anscheinend auch: „Komme ich morgen wieder?“, fragt er den Auszubildenden, während der ihn zum Fahrdienstauto schiebt. „Nein, Herr Meier, aber am Freitag. Da sehen wir uns wieder. Dann gucken wir uns mal in Ruhe die Bundesligatabelle an, ok?“
Herr Meier nickt zufrieden und lässt sich in den Bus helfen. Kevin räumt noch kurz mit auf und steigt dann pfeifend auf sein Fahrrad und fährt davon.

Scroll UpÄltere Frau grübelt.