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Interview mit Geschäftsführerin und Demenzexpertin Susanne Rosenberger:

Wer Angehörige zuhause pflegt und trotzdem arbeiten muss, bekommt meist dann ein Problem, wenn Demenz ins Spiel kommt.
Wie die Pflegenden in solchen Situationen entlastet werden können, schildert Susanne Rosenberger. Sie beschäftigt als Geschäftsführerin eines ambulanten Pflegedienstes und eines Tagespflegezentrums auf Demenz spezialisierte Mitarbeiterinnen.

Welches sind die ersten Anzeichen einer Demenz?
Der vage Eindruck steht am Anfang. Mutti oder Vati vergessen Dinge. Stutzig werden die Angehörigen dann, wenn gerade etwas erklärt wurde und kurz danach fragt der Betroffene genau danach noch einmal nach.
Wichtige Gegenstände wie Schlüssel werden regelmäßig verlegt, weil wichtige Rituale vergessen wurden oder verändert – jemand geht plötzlich täglich einkaufen.

Ab wann sollten an Demenz Erkrankte nicht mehr alleine zuhause sein?
Sobald sie sich oder andere zu gefährden drohen, weil sie zum Beispiel Medikamente nicht nehmen oder vergessen zu essen, zu trinken oder auf Toilette zu gehen.

Was kann man dann tun?
Zunächst sollte der Gang zum Neurologen führen. Ist eine Heimunterbringung noch nicht notwendig, kann durch den regelmäßigen Besuch einer Tagespflegeeinrichtung die sehr wichtige Struktur geschaffen werden. So können auch Angehörige entlastet werden, damit sie nicht 24 Stunden auf die Partner aufpassen müssen.

Was passiert in der Tagespflegeeinrichtung?
Die Gäste werden morgens abgeholt und bleiben bis zum späten Nachmittag in der Tagespflege. Dort gibt es einen festen Tagesablauf mit Bewegungsspielen, Singen, Mahlzeiten und Ruhezeiten. Darüber hinaus finden aber unterschiedliche anregende Aktivitäten statt, die die Tagesgäste ihren Bedürfnissen entsprechend fordern. Das können Ausflüge sein, Spiele oder Gartenarbeit – je nach Interesse und verbleibender Fähigkeit des jeweiligen Menschen. Schließlich werden sie wieder nach Hause gebracht. Wichtig ist, dass sich die Menschen in der Einrichtung wohlfühlen.

Wer bezahlt Tagespflege?
Die Tagespflege soll helfen, die betreuenden Angehörigen tageweise zu entlasten. Die Pflegekasse übernimmt daher bis zu einer gewissen Höhe die Kosten, gestaffelt nach den fünf Pflegegraden. Dazu beurteilt ein Gutachter den Pflegebedürftigen und stuft ihn ein. Die Pflegekasse zahlt daraufhin – entsprechend dem Pflegegrad – einen Sachleistungsbetrag für ambulante häusliche Pflege und einen Betrag für Tagespflege. Man kann beide abrufen oder nur einen dieser Beträge nutzen. Sollten zusätzlich zu den bewilligten Tagen noch Betreuungstage nötig sein, kann das privat bezahlt werden oder das Sozialamt springt ein.

Rufen Sie uns einfach an, wir helfen Ihnen gerne weiter: 02305 5310030

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